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Chemical Management Report 2024

Glossar

Diisocyanate

Was sind Diisocyanate?

Diisocyanate sind eine Gruppe chemischer Stoffe, die hauptsächlich bei der Herstellung von Polyurethan verwendet werden – einem weit verbreiteten Material, das unter anderem in Schaumstoffen, Dämmstoffen, Farben, Klebstoffen und verschiedenen Beschichtungen vorkommt. Diese Stoffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie zwei Isocyanatgruppen enthalten, was sie besonders reaktiv und für die Kunststoffproduktion geeignet macht.

En enkel guide för dig som jobbar med diisocyanater

Diese Reaktivität trägt zu den Eigenschaften von Polyurethan bei, wie Festigkeit, Flexibilität und guter Dämmwirkung. Dadurch ist das Material in vielen Industriezweigen wichtig geworden – zum Beispiel im Bauwesen, in der Automobilindustrie und in der Möbelherstellung. Polyurethan findet sich außerdem in Produkten wie Matratzen und Verpackungsmaterialien sowie in Schutzbeschichtungen für Böden, Fassaden und industrielle Oberflächen.

Gleichzeitig sind Diisocyanate mit deutlichen Gesundheitsrisiken verbunden. Eine Exposition kann Reizungen der Atemwege und der Haut verursachen. Da diese Stoffe allergen sind, können bereits sehr geringe Mengen zu Problemen wie allergischem Asthma oder langfristigen Atemwegserkrankungen führen. Das Einatmen von Dämpfen oder Aerosolen ist der häufigste Expositionsweg, doch auch Hautkontakt kann zur Sensibilisierung beitragen.

Einige Risiken treten erst nach wiederholter Exposition in niedriger Konzentration auf, was bedeutet, dass Betroffene zunächst keine eindeutigen Symptome bemerken. Deshalb werden bei der Verwendung dieser Stoffe stets geeignete Belüftung, sichere Arbeitsverfahren und persönliche Schutzausrüstung empfohlen. Für viele Arbeitsplätze bedeutet dies auch, zu ermitteln, wo Diisocyanate vorkommen können und wie Beschäftigte bei verschiedenen Arbeitsprozessen exponiert werden.

Vorschriften und Schulungspflichten

Seit August 2023 gelten in Deutschland strengere Anforderungen auf Grundlage von REACH, Anhang XVII, Eintrag 74, die vorsehen, dass alle Personen, die beruflich mit Produkten arbeiten, die Diisocyanate enthalten, eine anerkannte Schulung absolvieren müssen. Die Anforderungen gelten auch dann, wenn Diisocyanate in einem Produkt gebunden sind, sofern das Risiko besteht, dass der Stoff freigesetzt wird – etwa beim Sprühen, Erhitzen oder bei anderen Verarbeitungsprozessen.

Produkte mit mehr als 0,1 Prozent freien Diisocyanaten müssen außerdem mit einem speziellen Warnhinweis gekennzeichnet sein.

Ziel ist es, Gesundheitsschäden zu minimieren und sicherzustellen, dass alle Personen, die mit diesen Stoffen arbeiten, wissen, wie sie sicher damit umgehen. Der Umfang der Schulung kann je nach Art der Anwendung variieren – von grundlegenden Handhabungsprinzipien bis hin zu erweiterten Verfahren für besonders risikoreiche Tätigkeiten. In der Praxis bedeutet dies, dass der Arbeitgeber dafür verantwortlich ist, dass die Schulung vor Beginn der Tätigkeit abgeschlossen wird. Zudem werden Dokumentation und Nachverfolgung zu einem wichtigen Bestandteil des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, sowohl zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen als auch zur Vorbeugung zukünftiger Gesundheitsprobleme bei Beschäftigten.

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