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Chemical Management Report 2024

Glossar

PFAS

Was ist PFAS?

PFAS ist ein Sammelbegriff für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – eine sehr große Gruppe synthetischer Chemikalien mit bereits über 10.000 identifizierten Stoffen. Sie zeichnen sich durch eine chemische Struktur aus, bei der Wasserstoff in Kohlenstoffketten durch Fluor ersetzt wurde, was extrem stabile Bindungen erzeugt. Diese Stabilität bedeutet, dass PFAS in der Natur oder in lebenden Organismen kaum abgebaut werden. Daher werden sie oft als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet. PFAS wurden entwickelt, um Materialien wasser-, fett- und schmutzabweisend sowie hitzebeständig zu machen, und sind heute sowohl in der Industrie als auch in Verbraucherprodukten weit verbreitet.

PFAS

Wo kommt PFAS vor?

PFAS werden in Produkten eingesetzt, bei denen Haltbarkeit und oberflächenabweisende Eigenschaften gewünscht sind. Beispiele für Verbraucherprodukte mit PFAS sind wasser- und schmutzabweisende Kleidung und Textilien, Schuhe, Polsterstoffe, Teppiche und Sportausrüstung. Sie finden sich außerdem in Kosmetik- und Hautpflegeprodukten, Antihaftbeschichtungen, Reinigungsmitteln, Wachsen und Farben. Die Verpackungsindustrie verwendet PFAS in fettabweisendem Papier und Karton, etwa für Fast-Food-Verpackungen und Backpapier.

In der Industrie werden PFAS unter anderem in der Elektronik, in medizintechnischen Produkten, in Komponenten von Solarzellen, Fahrzeugteilen und Hochleistungsschmierstoffen eingesetzt. Löschschäume sind eine bekannte Quelle erheblicher Emissionen, insbesondere dort, wo Brände mit brennbaren Flüssigkeiten bekämpft wurden. Deshalb weisen viele Einsatzorte erhöhte Konzentrationen in Boden, Grundwasser und Trinkwasser auf. PFAS wurden weltweit nachgewiesen – sogar in abgelegenen und unberührten Regionen wie der Arktis –, was zeigt, wie leicht sich diese Stoffe verbreiten und wie langlebig sie sind.

Wie werden PFAS identifiziert?

Die Identifizierung von PFAS ist schwierig, da die Stoffgruppe sehr umfangreich ist und viele Varianten in herkömmlichen chemischen Tests nicht erscheinen. Es werden mehrere Methoden und Strategien eingesetzt:

  • Analyse von Sicherheitsdatenblättern und Produktinformationen: Einige PFAS werden mit chemischen Namen deklariert, jedoch bei weitem nicht immer. Signalwörter wie „fluoriert“, „Fluorpolymer“, „PTFE“, „F-“ am Anfang eines chemischen Namens oder Begriffe wie „schmutz-/wasserabweisende Behandlung“ können auf PFAS hinweisen.
  • Anwendungsbereiche als Indikatoren: Wenn ein Produkt wasser-, fett- oder schmutzabweisende Eigenschaften hat oder sehr hohen Temperaturen bzw. chemischer Belastung standhalten soll, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass PFAS eingesetzt werden.
  • Laboruntersuchungen: Für verlässliche Ergebnisse sind fortgeschrittene Laboranalysen der PFAS-Gehalte in Produkten, Boden, Wasser oder biologischem Material erforderlich. Diese Tests sind häufig notwendig bei Verdacht auf Emissionen oder in Branchen mit hohen Anforderungen an die Chemikalienkontrolle.
  • Vereinfachte Screening-Methoden: Einige Unternehmen und Behörden arbeiten mit Testverfahren, die eine erste Einschätzung ermöglichen, ob PFAS vorhanden sind, auch wenn einzelne PFAS-Stoffe nicht identifiziert werden.

Der Bedarf an zuverlässiger Identifizierung wächst, da PFAS schrittweise aus dem Verkehr gezogen und ersetzt werden sollen. Viele Organisationen arbeiten daher aktiv mit Chemikaliendaten, Kennzeichnung, Lieferantenabfragen und Substitutionsstrategien.

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Unsere EHS-Berater bieten fachkundige Unterstützung in allen Bereichen des Chemikalienmanagements – von Gefährdungsbeurteilung und Substitution bis hin zur Einhaltung von REACH und anderen Vorschriften. Darüber hinaus bieten wir Schulungen an, um Ihr Wissen in den Bereichen Sicherheit, Gesetzgebung und Chemikalienhandhabung zu stärken.

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