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Chemical Management Report 2024

Glossar

Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS)

Was ist GHS?

Das Global harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS) ist ein international abgestimmter Rahmen zur Klassifizierung und Kommunikation der Gefahren chemischer Stoffe und Gemische. Sein Hauptziel ist es, weltweit einheitliche und klare Informationen über chemische Gefahren bereitzustellen, um die menschliche Gesundheit, die Sicherheit und die Umwelt bei Herstellung, Handhabung, Transport, Verwendung und Entsorgung von Chemikalien zu schützen. Das System wurde unter den Vereinten Nationen entwickelt und erstmals 2003 veröffentlicht; es wird regelmäßig aktualisiert, um wissenschaftliche und technische Fortschritte zu berücksichtigen.

Vor Einführung des GHS verwendeten verschiedene Länder und Regionen eigene Systeme zur Einstufung gefährlicher Chemikalien. Dadurch konnte derselbe Stoff in unterschiedlichen Ländern sehr unterschiedlich bewertet werden. Diese Uneinheitlichkeit führte zu Verwirrung, höheren Kosten im internationalen Handel und Lücken im Gesundheits- und Arbeitsschutz. Das GHS wurde entwickelt, um diese Probleme zu lösen, indem einheitliche Kriterien für die Gefahreneinstufung sowie standardisierte Elemente für die Gefahrenkommunikation bereitgestellt werden.

Im Kern legt das GHS fest, wie die Gefahren eines chemischen Stoffes – einschließlich gesundheitlicher, physikalischer und umweltbezogener Risiken – bestimmt und dokumentiert werden sollen. Außerdem definiert es harmonisierte Kommunikationsmittel wie Gefahrenpiktogramme, Signalwörter (z. B. „Gefahr“ oder „Achtung“), Gefahrenhinweise (kurze Beschreibungen der Gefahr) und Sicherheitshinweise (empfohlene Schutzmaßnahmen). Diese Elemente erscheinen auf Chemikalienetiketten und in Sicherheitsdatenblättern (SDB), die von Arbeitgebern, Beschäftigten, Einsatzkräften und nachgeschalteten Anwendern genutzt werden.

Ein besonders wichtiger Bestandteil des GHS sind die standardisierten Kriterien zur Gefahreneinstufung. Diese stellen sicher, dass Chemikalien länderübergreifend einheitlich kategorisiert werden – zum Beispiel, was einen Stoff entzündlich, ätzend, akut toxisch oder gewässergefährdend macht. Sobald eine Gefahrenklasse festgelegt ist, gibt das GHS vor, wie diese Gefahr auf Etiketten und in Sicherheitsdatenblättern darzustellen ist, damit Anwender die Risiken verstehen und sicher damit umgehen können.

GHS in Deutschland

In Deutschland wird das GHS über die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) in Verbindung mit dem Chemikaliengesetz (ChemG) umgesetzt. Diese Vorschriften regeln die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen und stellen sicher, dass gefährliche Chemikalien auf dem deutschen Markt einheitlich identifiziert und kommuniziert werden.

Nach der GefStoffV sind Hersteller, Importeure und Händler verpflichtet, Chemikalien vor dem Inverkehrbringen entsprechend den GHS-Kriterien einzustufen und zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung umfasst Piktogramme, Signalwörter, Gefahrenhinweise, Sicherheitshinweise sowie Angaben zum Lieferanten. Die Gefahrstoffverordnung bildet seit ihrem Inkrafttreten die rechtliche Grundlage für die Kennzeichnung gefährlicher Stoffe in Deutschland und wurde mehrfach angepasst, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen.

In den letzten Jahren wurde die deutsche Gesetzgebung weiterentwickelt, um zusätzliche Gefahrenklassen und Kriterien aufzunehmen und den Schutz von Mensch und Umwelt zu stärken.

Insgesamt bietet das GHS eine gemeinsame globale Sprache für die Kommunikation chemischer Gefahren. Dadurch wird es für Staaten, Industrie und Beschäftigte einfacher, chemische Risiken zu verstehen und zu beherrschen, während gleichzeitig der internationale Handel und die regulatorische Zusammenarbeit unterstützt werden.

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