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Sichere Lagerung von Chemikalien: 5 Dinge, die Sie wissen müssen

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Die richtige Lagerung von Chemikalien ist ein zentraler Bestandteil eines sicheren Gefahrstoffmanagements im Betrieb. Ob in der Industrie, im Labor oder in anderen chemieintensiven Arbeitsumgebungen – eine korrekte Handhabung und Lagerung ist entscheidend, um sowohl Menschen als auch die Umwelt zu schützen. Darüber hinaus spielt die sichere Lagerung eine wichtige Rolle bei der Einhaltung gesetzlicher Anforderungen und der Reduzierung von Unfall- und Störfallrisiken.

In diesem Artikel finden Sie fünf praktische Tipps, mit denen Sie sicherstellen, dass Ihre Chemikalien korrekt gelagert werden.

Inhaltsverzeichnis

Warum ist die richtige Lagerung von Chemikalien wichtig?

Eine unsachgemäße Lagerung kann schwerwiegende Folgen haben, etwa gefährliche Reaktionen, Brände, gesundheitliche Schäden oder Umweltfreisetzungen. Bestimmte Stoffe können miteinander reagieren und Explosionen oder giftige Gase verursachen. Fehlende Kennzeichnung oder unzureichende Belüftung erhöhen zudem das Risiko für Mitarbeitende.

Deshalb ist es entscheidend, Vorschriften einzuhalten, klare Sicherheitsprozesse zu etablieren und geeignete Ausrüstung zu verwenden, um Unfälle zu vermeiden und eine sichere Arbeitsumgebung zu gewährleisten.

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Fünf Tipps für die sichere Lagerung von Chemikalien

Nachfolgend finden Sie fünf praxisnahe Empfehlungen für eine sichere und gesetzeskonforme Lagerung:

1. Nutzen Sie das Sicherheitsdatenblatt als Leitfaden

Das Sicherheitsdatenblatt (SDB) ist eine zentrale Informationsquelle für den sicheren Umgang und die Lagerung von Chemikalien. Abschnitt 7 (Handhabung und Lagerung) beschreibt die richtigen Lagerbedingungen, während Abschnitt 10 (Stabilität und Reaktivität) angibt, welche Stoffe nicht zusammen gelagert werden dürfen. Prüfen Sie diese Abschnitte für jedes Produkt, um eine korrekte und regelkonforme Lagerung sicherzustellen.

2. Kennzeichnung prüfen – an Behältern und Lagerorten

 Die CLP-Verordnung regelt in der EU die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von chemischen Stoffen und Gemischen. Das bedeutet, dass alle Behälter mit gefährlichen Chemikalien korrekt gekennzeichnet sein müssen, damit Inhalt und Gefahren eindeutig erkennbar sind.

Gemäß CLP-Verordnung müssen Kennzeichnungen vorhanden sein:

  • Direkt auf dem Chemikalienbehälter (z. B. Flasche, Kanister, Fass)
  • Am Lagerort (z. B. Regale oder Schränke)
  • An der Tür des Raums, in dem Chemikalien gelagert werden

 

Alle Bereiche, in denen CLP-gekennzeichnete Chemikalien verwendet werden, müssen zudem mit den entsprechenden Gefahrenpiktogrammen gekennzeichnet sein. Dies ist sowohl für die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen als auch für die schnelle Risikobewertung unerlässlich.

Wenn Sie die Bedeutung der einzelnen Gefahrenpiktogramme kennen, fällt es Ihnen leichter, Chemikalien korrekt zu lagern. Entzündliche Stoffe müssen beispielsweise kühl und vor Sonnenlicht geschützt gelagert werden, während oxidierende Stoffe getrennt von Wärmequellen und brennbaren Materialien aufzubewahren sind.

 

3. Unverträgliche Stoffe getrennt lagern (gefährliche Kombinationen vermeiden)

 Wie bereits erwähnt, dürfen bestimmte Stoffe nicht zusammen gelagert werden, da sie gefährlich miteinander reagieren können. Abschnitt 10 im Sicherheitsdatenblatt gibt hierzu klare Hinweise.

Wichtige Beispiele:

  • Entzündliche Flüssigkeiten dürfen nicht mit entzündlichen Gasen oder leicht entzündlichen Materialien gelagert werden.
  • Säuren müssen getrennt von Basen aufbewahrt werden.
  • Oxidierende Stoffe dürfen nicht mit oxidierbaren Materialien zusammen gelagert werden.

 

Durch die Vermeidung solcher Kombinationen reduzieren Sie das Risiko von Unfällen und Verletzungen erheblich.

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4. Lagerbereiche richtig gestalten

Auffangwannen (sekundäre Rückhaltung)

Im Zusammenhang mit der Chemikalienlagerung wird häufig der Begriff „sekundäre Rückhaltung“ verwendet. Damit ist gemeint, dass der Lagerbereich so ausgestattet sein muss, dass austretende Flüssigkeiten nicht in die Umgebung gelangen können. Dies kann beispielsweise durch Auffangwannen oder erhöhte Ränder aus Kunststoff oder Beton erfolgen.

Sekundäre Rückhaltung ist besonders wichtig beim Umgang mit gefährlichen Stoffen oder wenn die Gefahr besteht, dass ausgelaufene Chemikalien in Abflüsse, Kanalisation, Gewässer oder den Boden gelangen. In vielen Fällen ist sie zudem gesetzlich vorgeschrieben – insbesondere bei größeren Mengen oder umweltgefährlichen Stoffen.

Ein gut gestalteter Lagerbereich sollte:

  • Über eine geeignete Rückhalteeinrichtung verfügen, wenn Leckagen möglich sind oder Bodenabläufe vorhanden sind
  • Gut belüftet sein
  • Einen dichten, chemikalienbeständigen Boden haben
  • Abschließbar sein, wenn giftige oder KMR-Stoffe gelagert werden

5. Auch die Lagerung von Chemikalienabfällen berücksichtigen

Wenn in Ihrem Unternehmen gefährliche Abfälle anfallen, gelten auch hierfür spezifische Anforderungen. Stellen Sie sicher, dass:

  • Abfallbehälter korrekt und eindeutig gekennzeichnet sind
  • Die Behälter für die jeweilige Abfallart geeignet sind (z. B. materialbeständig und dicht)
  • Lagerbereiche für gefährliche Abfälle klar gekennzeichnet und getrennt von anderen Chemikalien sind

 

Dies verhindert, dass Abfälle mit anderen Stoffen vermischt werden – was sowohl gefährlich als auch gesetzlich unzulässig sein kann.

Zusammenfassung – Checkliste für die sichere Chemikalienlagerung

Für eine sichere und gesetzeskonforme Lagerung sollten Sie stets:

  • Das Sicherheitsdatenblatt für Lager- und Handhabungshinweise prüfen
  • Für korrekte Kennzeichnung an Behältern und Lagerorten sorgen
  • Unverträgliche Stoffe getrennt lagern
  • Die Gestaltung des Lagerbereichs prüfen (Belüftung, Rückhaltung etc.)
  • Die Lagerung von Chemikalienabfällen kontrollieren (Kennzeichnung, Behälter, Trennung)

Die richtige Lagerung von Chemikalien schützt nicht nur Ihre Mitarbeitenden und die Umwelt, sondern hilft Ihnen auch, gesetzliche Anforderungen einzuhalten und kostspielige Zwischenfälle zu vermeiden.

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