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Betriebsanweisung gemäß GefStoffV:So vermeiden Sie die häufigsten Fehler

Betriebsanweisung gemäß GefStoffV So vermeiden Sie die häufigsten Fehler

Im Umgang mit gefährlichen Stoffen ist Sicherheit das oberste Gebot. Die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) verpflichtet Arbeitgeber dazu, ihre Mitarbeitenden umfassend über potenzielle Gefahren und Schutzmaßnahmen zu informieren. Eine wichtige Rolle spielen dabei Betriebsanweisungen. Diese Anweisungen helfen nicht nur dabei, gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, sondern stellen auch sicher, dass die Mitarbeitenden sicher und korrekt mit Gefahrstoffen umgehen. Doch bei der Erstellung dieser Dokumente passieren häufig Fehler, die sowohl die Arbeitssicherheit als auch die rechtliche Absicherung gefährden.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie häufige Fehler bei Anweisungen vermeiden und so die Sicherheit Ihrer Mitarbeitenden gewährleisten können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Betriebsanweisung?

Eine Betriebsanweisung ist ein rechtlich vorgeschriebenes Dokument, das Mitarbeitende über die Gefährdungen am Arbeitsplatz und die erforderlichen Schutzmaßnahmen informiert.

Im Gegensatz zum allgemeinen Sicherheitsdatenblatt (SDB) übersetzt die Betriebsanweisung diese Informationen konkret in Handlungsvorgaben für Ihre Mitarbeitenden.

In diesem Artikel erklären wir die CLP-Verordnung und die Anforderungen an die Kennzeichnung chemischer Produkte.

Die 5 häufigsten Fehler bei Betriebsanweisungen – und wie Sie diese vermeiden

1. Veraltete Informationen und fehlende Aktualisierungen

Durch die regelmäßigen Anpassungen der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS), zuletzt mit wichtigen Änderungen zu krebserzeugenden Stoffen, sind Unternehmen verpflichtet, ihre Betriebsanweisungen kontinuierlich zu überprüfen und anzupassen. Insbesondere die aktuellen Vorgaben der GefStoffV 2024 und neue Erkenntnisse aus der TRGS 910  erfordern eine konsequente Aktualisierung. Versäumnisse bei der Anpassung gefährden nicht nur die Sicherheit der Mitarbeitenden, sondern können auch schwerwiegende rechtliche und wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Beispiel: Ein Chemiebetrieb wurde abgemahnt, weil Betriebsanweisungen trotz neuer Grenzwerte aus der TRGS 910 nicht angepasst wurden.

Lösung: Prüfen Sie Ihre Anweisungen mindestens einmal jährlich sowie bei jeder Änderung von Vorschriften oder verwendeten Stoffen. Setzen Sie auf digitale Tools wie iChemistry, um Aktualisierungen effizient und rechtssicher zu verwalten.

2. Zu komplizierte oder unverständliche Sprache

Technisches Fachchinesisch wirkt sich direkt auf die Arbeitssicherheit aus. Das kann dazu führen, dass wichtige Sicherheitsinformationen übersehen werden. Die Verordnung verlangt jedoch ausdrücklich, dass Mitarbeitende die Anweisungen schnell verstehen und umsetzen können.

Beispiel: In einem Bauunternehmen führten missverständliche Formulierungen zu schweren Unfällen beim Umgang mit Schweißgeräten.

Lösung: Verfassen Sie Ihre Anweisung in einfacher, klarer Sprache. Ergänzen Sie sie mit anschaulichen Visualisierungen wie Piktogrammen, um die Verständlichkeit zu erhöhen. Besonders für internationale oder weniger erfahrene Mitarbeitende ist dies von großer Bedeutung.

3. Unvollständige Angaben zu Schutzmaßnahmen

Eine Betriebsanweisung ohne detaillierte Schutzvorgaben ist praktisch wirkungslos. Laut GefStoffV 2024 müssen Schutzmaßnahmen eindeutig und umfassend beschrieben sein.

Beispiel: In einem metallverarbeitenden Betrieb fehlten klare Anweisungen zur Nutzung von PSA.
Ohne die richtige persönliche Schutzausrüstung (PSA) kam es zu Hautreizungen bei den Mitarbeitenden.

Lösung: Seien Sie präzise: Welche PSA ist erforderlich? Welche Sofortmaßnahmen sind bei einem Notfall erforderlich? Überprüfen Sie, ob alle relevanten Schutzmaßnahmen präzise beschrieben und leicht verständlich sind.

4. Fehlende oder unzureichende Schulungen und Unterweisungen

Eine Betriebsanweisung entfaltet nur dann Wirkung, wenn sie durch regelmäßige Schulungen gestützt wird. Viele Unternehmen stellen die Anweisung zwar zur Verfügung, führen jedoch keine Schulungen durch, wie diese in der Praxis angewendet werden sollen. Das führt dazu, dass Mitarbeitende nicht wissen, wie sie sich richtig verhalten sollen.

Beispiel: Ein Lebensmittelbetrieb erlitt Produktionsausfälle, weil Reinigungsmittel falsch eingesetzt wurden – Folge mangelnder Schulungen.

Lösung: Schulen Sie regelmäßig und dokumentieren Sie die Unterweisungen. Nutzen Sie praktische Übungen, um die korrekte Anwendung der Betriebsanweisung zu trainieren. Nur so stellen Sie sicher, dass im Notfall alle Mitarbeitenden korrekt reagieren.

5. Unklare Verantwortlichkeiten

Definieren Sie, wer im Ernstfall als Ansprechpartner fungiert und wer die Betriebsanweisungen regelmäßig aktualisiert. Wenn diese Fragen nicht eindeutig geregelt sind, führt das zu Unsicherheit. Fehlende klare Zuordnungen führen im Notfall zu gefährlichen Verzögerungen.

Beispiel: Bei einem Gefahrstoffaustritt in einem Automobilwerk wusste niemand, wer handeln sollte. Das verzögerte die Evakuierung.

Lösung: Definieren Sie Rollen und Verantwortlichkeiten eindeutig. Legen Sie fest, wer im Notfall der Ansprechpartner ist. Wer ist für die Aktualisierung der Betriebsanweisung verantwortlich? Wer führt die Schulungen durch? Diese Informationen müssen in der Anweisung deutlich und eindeutig hervorgehoben werden.

3 Betriebsanweisung

Warum digitale Betriebsanweisungen der neue Standard sind

Digitale Betriebsanweisungen sind nicht nur aktueller, sondern auch deutlich sicherer. Sie bieten einige Vorteile:

  • Echtzeit-Aktualisierungen: Änderungen an Gefahrstoffen oder Arbeitsabläufen können schnell und unkompliziert eingepflegt werden.
  • Einfacher Zugriff: Mitarbeitende können jederzeit auf die Betriebsanweisung zugreifen, z. B. über ihre mobilen Tablets oder Smartphones.
  • Nachvollziehbarkeit: Digitale Lösungen bieten die Möglichkeit, zu tracken, wer wann geschult wurde oder Anweisungen gelesen hat.

 

Tipp: Prüfen Sie, ob eine digitale Lösung für Ihr Unternehmen sinnvoll ist – sie verbessert nicht nur die Aktualität, sondern auch die Rechtssicherheit.

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Erstellen Sie Betriebsanweisungen digital und rechtssicher – mit Echtzeit-Updates, mobilem Zugriff und vollständiger Nachverfolgbarkeit.

Optimieren Sie Ihre Betriebsanweisung – für mehr Sicherheit und weniger Haftungsrisiken

Eine aktuelle und klar formulierte Betriebsanweisung ist essenziell für Ihren Arbeitsschutz. Sie schützt die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden und minimiert rechtliche Risiken.

  • Halten Sie Ihre Anweisungen stets auf dem neuesten Stand. So garantieren Sie langfristige Sicherheit und Compliance.
  • Formulieren Sie Hinweise verständlich. Verwenden Sie einfache Sprache und anschauliche Visualisierungen.
  • Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden regelmäßig. Nur so verinnerlichen sie sicherheitsrelevante Vorschriften.
  • Setzen Sie auf digitale Betriebsanweisungen. Sie erleichtern Aktualisierungen und ermöglichen den sofortigen Zugriff.

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