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Gefährliche Auswirkungen von PFAS auf Mensch und Umwelt

Was sind PFAS

Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) sind eine sehr große und vielfältige Gruppe synthetischer Chemikalien, welche seit den 1950er Jahren im großen Maßstab produziert werden. Die OECD zählte im Jahre 2018 etwa 4730 PFAS. Sie zeichnen sich durch das Vorhandensein von Fluor-Kohlenstoffbindungen, insbesondere von CF2– und CF3– Gruppen aus.

Die Fluor-Kohlenstoffbindung gehört zu den stärksten kovalenten Bindungen überhaupt, so dass diese nur extrem schwer abgebaut werden können. Die Persistenz solcher Verbindungen ist dafür verantwortlich, dass diese noch Jahrzehnte, oder sogar Jahrhunderte nach ihrer Freisetzung die Umwelt kontaminieren können. Tatsächlich sind PFAS die persistenteste synthetisch hergestellte Familie von Verbindungen überhaupt.

Inhaltsverzeichnis

Wo kommen PFAS vor und warum sind sie besorgniserregend?

PFAS zeichnen sich durch eine breite Palette an Anwendungen aus: Sie finden sich beispielsweise in Feuerlöschschäumen, Textilien, Gegenständen zum Kontakt mit Nahrungsmitteln (wie beispielsweise Bratpfannen), Elektronik, Transportmitteln, im Energiesektor und in medizinischen Geräten wieder.

Es liegen detaillierte Studien zu einigen wenigen PFAS vor, viele sind allerdings noch kaum untersucht. Dennoch ist davon auszugehen, dass alle PFAS bestimmte toxikologische und ökotoxikologische Merkmale teilen. Studien an Säugetieren legen Korrelationen zwischen PFAS-Exposition und verschiedenen Krankheiten, wie erhöhte Cholesterinwerte, negative Effekte auf Immunsystem und das Gewicht von Neugeborenen, Störungen der Schilddrüsenfunktion und eventuell Krebs nahe. Es ist zu erwarten, dass diese Effekte auch Menschen betreffen.

Ebenso ist zu vermuten, dass aufgrund der strukturellen Gemeinsamkeiten von den allermeisten PFAS solche Effekte, sowie kombinierte Effekte ausgehen. Die Konzentration im Blutplasma und Blutserum von erwachsenen Menschen beträgt etwa 12 ng/L.

PFAS sind in den Medien Luft und Wasser extrem mobil. Sie weisen eine sehr gute Löslichkeit in Wasser auf und sind aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften nicht mit konventionellen Methoden herauszufiltern, sodass sie Trinkwasser kontaminieren.

Durch ihre Mobilität konnten sie sogar in den arktischen Regionen, sowie in der Antarktis nachgewiesen werden. Ebenso sind sie bioakkumulierbar und sammeln sich entlang der Nahrungskette an. Im Organismus binden sie vorzugsweise an Proteine.  

Was sind PFAS

Erste Beschränkungen

Bereits 2009 wurden Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) und ihre Derivate in die Stockholmer Konvention aufgenommen, um ihre Verwendung zu verbieten.

Auch Perfluoroctansäure (PFOA) und ihre Derivate fallen seit 2019 unter die Stockholmer Konvention. PFOA werden ab Juli 2020 auch durch die Verordnung (EU) 2019/1021 über persistente organische Schadstoffe (EU-POP-Verordnung) verboten.

Mehrere andere Gruppen von PFAS wie Perfluorhexansulfonylsäure (PFHxS) und ihre Derivate, die perfluorierten Carbonsäuren (C9-C14-PFCAs), befinden sich bereits in verschiedenen Stadien der Beschränkungsverfahren. Perfluoroheptansäure (PFHpA) und ihre Salze wurden am 17. Januar 2023 in die Kandidatenliste aufgenommen. Eine weitreichende Beschränkung der Verwendung von PFAS in Feuerlöschschäumen ist ebenfalls in Vorbereitung.

Wie geht es weiter?

Am 13. Januar 2023 haben Dänemark, Deutschland, die Niederlande, Norwegen und Schweden einen Beschränkungsvorschlag eingereicht, der die PFAS-Emissionen in die Umwelt drastisch reduzieren soll. Derzeit prüfen die beiden Ausschüsse RAC und SEAC diesen Vorschlag und alle während der Konsultationen eingegangener Kommentare und werden am Ende der sechsmonatigen Konsultationsphase eine Stellungnahme abgeben. Diese Stellungnahmen werden dann an die Europäische Kommission weitergeleitet, die gemeinsam mit den EU-Mitgliedstaaten über eine mögliche Beschränkung entscheidet.

Gefährliche Auswirkungen von PFAS auf Mensch und Umwelt

Was können Sie tun?

Da davon auszugehen ist, dass weitreichende Beschränkungen bis hin zu Verboten erlassen werden, ist es wichtig, sich bereits jetzt einen Überblick über das eigene Portfolio und die Verwendungen von PFAS im eigenen Unternehmen zu machen und rechtzeitig Möglichkeit der Substitutionen bzw. Verfahrensänderung zu prüfen, um den Einsatz von PFAS so schnell wie möglich reduzieren bzw. einstellen zu können.

Quellen: